Konflikte verschiedener Nutzergruppen - rechtzeitiges Hinschauen und Vermitteln am Beispiel eines Spielplatzes

19.10.2018 | In diesem Sommer war hier in meinem Wahlkreis vor allem ein Thema immer wieder auf der Tagesordnung, von dem ich das eine oder andere Mal auch schon berichtet habe. Wie geht es dem öffentlichen Raum in unserer Stadt? Wie umgehen mit Konflikten, die aufgrund der wachsenden Einwohnerzahlen vermehrt entstehen?

Ein Konfliktherd, der an mich herangetragen wurde, war dabei der Spielplatz Preußstr./Gubitzstr. Eigentlich ein schöner Ort, relativ frisch saniert und für mehrere Nutzergruppen konzipiert. Genau an dieser Tatsache hat sich in diesem Sommer allerdings ein Konflikt entzündet. Um die Tischtennisplatten und Sitzgelegenheiten herum trifft sich schon seit Jahren eine Gruppe von Erwachsenen. Dort wird auch getrunken, allerdings war ein friedliches Miteinander in der Vergangenheit wohl nicht das Problem. In diesem Jahr ist es laut Aussagen der Anwohner aber zusehends lauter und konfliktträchtiger geworden, bis hin zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung. Dies ist natürlich ein Zustand, der für einen Kinderspielplatz nicht hinnehmbar ist.

Deshalb habe ich gemeinsam mit der Präventionsbeauftragten des Abschnittes, der Sozialstadträtin Pankows und meinem Kollegen aus der BVV zu zwei Treffen auf dem Spielplatz geladen. Gekommen sind dann tatsächlich viele - vor allem - und das haben wir als sehr positiv empfunden, Betroffene von beiden Seiten. Und so entstand ein Gespräch nicht über- sonder miteinander. Dabei wurde schnell deutlich: Wenn die Gruppe der Erwachsenen, die sich dort regelmäßig trifft, nicht selbst dafür Sorge trägt, dass Vermüllung und Lärm vermieden werden, muss irgendwann die Polizei eingeschaltet werden. Im Grunde die schlechtmöglichste Lösung für alle.

Auch für die Politik haben sich Hausaufgaben ergeben. Es fehlt an einer ausreichenden Zahl und Größe von Mülleimern. Ebenso ist der Turnus der Leerung offensichtlich zu selten. Aber auch die Frage nach einer erreichbaren öffentlichen Toilette ist aufgekommen. Gibt es diese nirgends, so ist Geruchsbelästigung, gerade in einem so trockenen Sommer wie diesem, vorprogrammiert.

Zum Thema Müll ist nun geplant, einen Antrag in die BVV einzubringen, der eine häufigere Reinigung und größere Behälter für diesen Spielplatz einfordert. Dies ist bereits einmal bei einem anderen Spielplatz so eingebracht worden und scheint uns das effektivste Mittel, um hier etwas zu erreichen. Was die Toilettenfrage betrifft, so ist dies sicher schwieriger. Erst vor einiger Zeit wurden neue Orte für mehr öffentliche Toiletten ausgewählt. Hier wird also auf die schnelle nichts zu machen sein. Es wäre aber wichtig, dass die BVV Pankow bei der nächsten Runde, in der entschieden wird, welche Orte dafür in Frage kommen, ein Mitspracherecht hat. Hier muss man dran bleiben und ein solches einfordern.

Nun wird es kälter und ruhiger auf den öfentlichen Plätzen der Stadt. Wir werden also im nächsten Sommer wieder genau hinschauen müssen, wie sich die Situation dann entwickelt. Ob das begonnene Gespräch Früchte trägt.

In diesem Sinne

Ihre Clara West

 

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